Bauer-Verlag | Das wahre Leben:Trost, wo es kaum Worte gibt

Kinder trauern anders als Erwachsene“, weiß Beatrix Hillermann (65), Seelsorgerin an der Grabeskirche St. Elisabeth. „Gleichzeitig haben sie selten Ansprechpartner, um sich und ihre Trauer auszuleben.“ Denn stirbt ein Elternteil, sei der hinterbliebene meist selbst mit seiner Trauer im Alltag überfordert. In einer geschützten Umgebung wie einer Trauergruppe aber müssten sich die Kinder nicht erklären und träfen Gleichaltrige mit ähnlicher Erfahrung.
Alle Begleiter haben selbst Angehörige verloren
Daher bietet die katholische Kirchengemeinde St. Vitus in Mönchengladbach, zu der die Grabeskirche St. Elisabeth gehört, speziell für
Kinder und Jugendliche den kostenlosen Trauertreff „Trost-Anker-MG“ an. Betreut werden die Gruppen von zwölf ehrenamtlichen Erwachsenen. Jeder von ihnen hat eine sechsmonatige Ausbildung zur Trauerbegleitung nach den Standards des Bundesverbands
Trauerbegleitung (BVT) absolviert. Und die meisten haben selbst erfahren, was es heißt, jemanden zu verlieren. So wie Beate Kaltefleiter
(61). Ihr Mann starb, als sie mit ihrem Sohn schwanger war. „Ich hatte im Gegensatz zu vielen anderen das Glück, Zeit für meine Trauer zu haben.“ Diese wertvolle Erfahrung war für sie der Auslöser, sich später als Trauerbegleiterin zu engagieren.
Ähnliche Schicksale einen alle ehrenamtlichen Trauerbegleiter. Yvonne Gärtner-Preschel hat binnen zwei Monaten ihren Mann und
ihren Sohn an den Krebs verloren. „Es brauchte Zeit, den Schicksalsschlag zu verarbeiten“, gibt sie offen zu. Geholfen habe ihr damals Beatrix Hillermann. Wie diese engagiert sie sich jetzt selbst bei „Trost-Anker“.
Parallel zur Trauergruppe für Kinder findet eine Gesprächsrunde für die Erwachsenen statt. „Trauer ist systemisch. Sie durchdringt die ganze Familie. Unausgesprochenes und Verdrängtes kann die Familie noch jahrzehntelang beeinflussen“, weiß Beatrix Hillermann.
Wer spenden möchte:
Kath. Kirche St. Vitus,
IBAN: DE 89 3105 0000 0003 6179 66
Christine Bollhorn